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Der Sinn des Fechtens heute

Im Zuge einer langandauernden Auseinandersetzung mit der Frage, ob (vor allem) das Duell maßgebend für den Zusammenhalt in den Verbindungen sei, prägte sich der erzieherische Sinn der Schlägermensur:

  • Jeder Paukant hat sich verbindlichen Regeln - dem Fechtcomment - zu unterwerfen;
  • obwohl ernste Verletzungen faktisch ausgeschlossen sind,ist die Mensur für jeden Fechter eine Ausnahmesituation, die ihn Überwindung kostet;
  • indem der einzelne sich dem Fechtcomment unterwirft, beweist er Fairness;
  • indem er seine inneren Widerstände überwindet, entwickelt er sich charakterlich weiter.
  • Er zeigt damit, daß ihm die Gemeinschaft seines Bundes mehr wert ist als abratende Stimmen aus der Umgebung, auch mehr wert ist als seine eigenen Zweifel an Einzelheiten des Korporationslebens.
  • So zeigt auch er, daß er zu dieser Gemeinschaft gehören will. Dieses Engagement öffnet ihm eigentlich erst den Zugang zur lebenslangen Gemeinschaft in unseren Verbindungen.
  • Die heutige Mensur entwickelte sich vom früheren Duell hinweg, das Duell gibt es heute nicht mehr.
  • Die Mensur ist im Gegensatz zum Duell nicht verboten, weder staatlich noch kirchlich.
  • Das Mensurfechten ist ein reines Hiebfechten, d. h. es wird nicht gestochen. Der Name der Fechtwaffe ist »Schläger«.
  • Das Fechten stärkt Selbstbewußtsein und Selbtsbeherrschung.
  • Die Mensur ist kein »Kampf«, man »gewinnt« nicht gegen jemand; es fechten gleichwertige Partner miteinander.
  • Alle anderen Sportarten verlangen Sieger und Unterlegene; diese Begriffe sind der Mensur fremd.
  • Verbindungen sind seit jeher demokratisch organisiert, die Fechtregeln und die Wertvorstellungen von der Mensur werden ständig überprüft und weiterentwickelt; das Alter einer Tradition ist kein Indiz für reaktionäre Tendenzen.
  • Uns zwingt niemand zur Mensur, wir wollen sie!
  • Der Schmiß war früher ein Statussymbol, heute nicht mehr; der Schmiß ist nicht beabsichtigt. Die Mensur ist aber mehr als Sport, sie verlangt auch den Mut zu kalkulierbarem Risiko.
  • Die Mensur erfordert auch mehr als Mut; sie erfordert enormen persönlichen Einsatz in einer körperlich-seelischen Ausnahmesituation; dabei erfordert sie ein hohes Maß an Fairness und Ritterlichkeit.
  • Die Mensurauflage bildet eine gewisse Schwelle; sie vermeidet bloße Mitläufer und Pöstchenspekulanten.
  • Die Mensur ist eine Möglichkeit, Einsatzbereitschaft für die Gruppe zu dokumentieren, die in dieser Form mit anderen Mitteln nicht vorstellbar ist. Die Integrationskraft der Mensur hat sich über viele Jahrzehnte hinweg bewährt; deswegen werden wir nicht darauf verzichten.
 

Wichtige Mitteilung!

Der Hirschberg hat Sommerpause, deshalb findet der Sommer-Stamm bis am 19. August im Restaurant Weisses Kreuz statt.

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